Angesichts des bereits vor dem ersten Weltkrieg aufkommenden Autoverkehrs im Tourismus-Gebiet Bodensee, wurde eine Fährverbindung zwischen Konstanz (genau genommen dem Ortsteil Staad) und Meersburg früh von Technikanhängern angedacht. Hinzu kam seit 1914 die Grenzsperre der Schweiz, weshalb sich die deutsche Grenzstadt Konstanz nach Norden umorientieren musste, wobei dies bei der straßentechnischen Infrastruktur damals sehr schlecht aussah. In der Weimarer Republik stellte dann der Hotelier Augenstein 1924 einen offiziellen Antrag. Denn ohne die Fährverbindung mussten Kraftfahrzeuge früher mehr als 50 Kilometer Umweg
um den Überlinger See fahren. Das war selbstredend für die 'aufstrebende' Wirtschaft und die immer schneller reisenden Touristen eine 'inakzeptable' Wegstrecke - vor allem auf den damaligen Macadam-Belägen oder Schotterstraßen. Jedoch war das Kfz-Aufkommen damals noch derart gering, dass sehr viele sich über die 'spinnerte' Idee lustig machten und der Staat zuerst auch (mangels Aussicht auf Rentabilität) keine Subvention dafür gewährte. Dennoch setzten der Oberbürgermeister Moericke und der SPD-Bürgermeister Fritz Arnold mit seiner damals noch technikfreundlichen und auf den Fortschritt setzenden SPD die erste Auto- und Personen-Fähre - damals Kraftwagen-Fährschiff
genannt - durch. Wie immer bei uns wurde alles viel teurer und verzögerte sich auch zeitlich. Dennoch wurde der Fährbetrieb am 30. September 1928 aufgenommen. Der Erfolg war so groß, dass man bereits im Folgejahr - im Mai 1929 - einen Antrag für eine zweite deutlich größere Fähre einbrachte, die 1930 den Dienst aufnahm.
Dieser Erfolg jener zuerst so heftig umstrittenen Fähre war umso bedeutender, als er in, während und gegen die Weltwirtschaftskrise erzielt wurde. Das belegte die Beliebtheit jenes Transportmittels und die ökonomische Notwendigkeit jenes neuen zusätzlichen Verkehrsweges. Von Anfang an belegte dies, dass der Fährbetrieb ein extrem krisensicheres Unternehmen war. Bis heute sollte sich die Fähre Konstanz-Meersburg als der kontinuierlichste einträglichste öffentliche Betrieb zeigen, das einzige ÖPNV-Mittel, das kontinuierlich Gewinne erzielte.
Technisch war jene erste Fähre, welche auf der Bodan-Werft in Kressbronn gebaut wurde, etwas Besonderes: Sie galt als das erste Fährschiff für Kraftfahrzeuge auf einem Binnensee in Europa, das - Dank zweier Ein-/Ausfahrten, also an beiden Schiffsenden eine - ohne zu wenden hin- und herfuhr. Die Fähren besaßen und besitzen somit bis heute keinen eigentlichen Bug oder ein Heck, sondern können durch einen besonderen Antrieb in beide Richtungen gleichschnell fahren. Seit 1954 wurde der noch manövrierfähigere Voith-Schneider-Antrieb verwendet. Ferner musste beim Bau der Zufahrtsbrücken auf die Fähre der um bis zu 3 Meter im Jahr schwankende Pegelstand des Sees berücksichtigt werden. Somit war dies vor rund 100 Jahren technisch und ökonomisch ein großes Wagnis, welches die Mehrheit damals allerdings noch einging.
Während am ersten Tag des Färbetriebes (30.09.1928) insgesamt 57 Pkw, 22 Motorräder und 548 Personen transportiert wurden, passen diese Mengen heute auf eine einzige Fähre, von denen 2026 bis zu 5 (von theoretisch 6 einsatzfähigen Fähren) gleichzeitig im Einsatz sind. So werden angeblich jährlich bis zu 4,2 Mio. Personen und bis zu 1,5 Mio. Pkw, fast 100.000 Nutzfahrzeuge (meist Lkw und Busse), über 70.000 Motorräder, und rund 400.000 Fahrräder im Jahr transportiert. Die ca. 4,5 Kilometer weite Überfahrt dauert ca. 15 Minuten wobei Fahrten regulär (im Hochsommer tagsüber) alle 15 Minuten (und bei sehr hohem Tourismus-Verkehrsaufkommen in den Sommerferien sogar etwa in einer 10-Minuten-Taktung) angeboten werden. Nur bei extremen Hochwasser- und Niedrigwasserständen sowie noch selteneren Eisbildungen auf dem Überlinger See treten Transportprobleme auf.
Dennoch geschahen in den fast hundert Jahren selten Unfälle. Insbesondere zur Hundertjahrfeier des Konstanzer Fährbetriebes im Jahr 2028 entstand diese Fotogalerie.
Die Fährelinie Konstanz-Meersburg wird bis heute erfolgreich von den Stadtwerken Konstanz betrieben.
Die beiden Städte Friedrichshafen in Württemberg und Romanshorn im Schweizer Kanton Thurgau waren beide industriell geprägt sowie bereits früh sehr gut an das jeweils nationale Eisenbahnnetz und auch Autostraßen angebunden, lagen jedoch durch den See an einer ziemlich breiten Stelle voneinander getrennt. Auf der Straße und Schiene im Osten um den Bodensee herum durch Vorarlberg musste man auch noch die Grenze zu Österreich überqueren, was alles weiter verkomplizierte und verlangsamte. Das Ziel war somit eine Eisenbahn-Trajektfähre für primär den Güterwagentransport. Da der seit 1869 nachweisbare Dampfschiff-Trajektverkehr nach dem Ersten Weltkrieg nur noch mühsam von unmotorisierten, geschleppten Booten durchgeführt wurde, bestellte die Reichsbahndirektion Stuttgart eine Motorfähre - ebenfalls bei der Bodan-Werft in Kressbronn am Bodensee. Am 1. Juli 1929 wurde die Motorfähre Schussen als Eisenbahn- und Automobilfähre in Dienst gestellt. Sie transportierte zuerst überwiegend Güterwagons, wobei sich der Anteil der Pkws über die Jahre langsam erhöhte. Aber erst 1974 stellte man den Trajektverkehr ein und die Fähren auf primären PKW- und LKW-Fährverkehr um. Allerdings nahm der LKW-Verkehr aufgrund der EWG und der veränderten Warenströme in der daraus sich entwickelnden EU auf dieser Seestrecke deutlich ab, sodass heute eher Pkws und Touristen dominieren.
Die nur noch zwei Fähren Romanshorn und Friedrichshafen im Kursverkehr fahren meist im Stundentakt. Für die ca. 13 Kilometer lange Strecke benötigen die Fähren ca. 40-45 Minuten für eine Überfahrt.
Nach der Privatisierung der Bundesbahn übernahmen die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) 1994 den Betrieb. In der Schweiz kam es 1996 zur Privatisierung des SBB-Schiffsbetriebs mit Werft und Anlagen. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) entstand und übernahm alles. Im Jahre 2007 ging die Schifffahrt erneut an einen anderen Besitzer über - eine private Investorengruppe. Dies alles war einerseits ein Symptom der sich verändernden Wirtschaftsrouten, jedoch auch wiederum selbst die Ursache für den weiteren Niedergang jener Fährelinie. Normalerweise funktionierte die internationale Zusammenarbeit am Bodensee lobenswert gut. Aber 2025/6 eskalierte der Streit der von einer privaten Investorengruppe übernommenen schweizerischen Schiffsbetriebe mit den deutschen Kollegen extrem, sodass vor allem dieser Fährkurs weiter litt. Hintergrund waren jedoch die seit Jahren defizitären schweizerischen Schiffsbetriebe, welche vor allem unter dem seit der Einführung des Euro kontinuierlich stark steigenden eigenen Frankenkurs (respektive der unfassbaren Entwertung des Euro) litten. Ob die 2026 erzielte erneute Einigung wirklich das Grundproblem lösen kann?
Für Personen, welche keine Text-Informationen wünschen, sondern nur die großen Fotos der Fähren fortlaufend zum Weiterklicken anschauen wollen, geht es hier direkt zur Bildergalerie mit allen Fähre-Fotos.
Bei Föhn scheint die Fähre (Konstanz-Meersburg) vor den Alpen zu fahren. So kitschig schön mit weit über 100 Kilometern Fernsicht mit einem Abbild der drei Länder Deutschland (links), Österreich (Mitte) und der Schweiz (rechts), sieht es jedoch sehr selten aus. Denn erstens ist der See selten so leer wie auf diesem vom Segelboot im Überlinger See am Abend aufgenommenen Foto, und zweitens ist ein derart starker Föhn mit glatten Wasser eher selten. Oft herrscht dann eher Sturm. Und meist kommt danach schlechtes Regenwetter. Ferner leiden wetterfühlige Menschen bei Föhn unter Kopfschmerzen oder sogar Migräne. - Und segeltechnisch gesehen war es bei dieser Flaute im Überlinger See auch eher 'bescheiden', weshalb ich mehr als ausreichend Zeit für das Foto fand. Für Fotografen ist damit auch wieder einmal bewiesen, dass besondere Aufnahmen oft erst nach langem Warten entstehen.

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Auf dieser Aufnahme vom Hügel oberhalb von Sipplingen überblickt man einen Teil des Überlinger Sees. Rechts - hinter der Insel Mainau - und links nahe beim 'Eck' von Meersburg erkennt man zwei winzige Striche / Flecken auf dem Wasser, welche die zwei größten damaligen Fähren zeigen. Dahinter versinkt der Obersee mit weiteren 40 Kilometern Länge im leicht diesigen Wetter.

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Aus dieser Aufnahmen erkennt man deutlich die zwei getrennten Fahrtrouten: Die im Foto rechte Fähre fährt auf dem immer westlich gelegenen Kurs von Meersburg Richtung Konstanz. Die im Foto linke Fähre fährt auf dem immer östlich gelegenen Kurs von Konstanz Richtung Meersburg.

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Fährt man mit einem Wasserfahrzeug durch diese beiden Fährlinien, sieht eine Begegnung der beiden im Übrigen unerwartet schnell fahrenden Fähren auf fast Seehöhe betrachtet allerdings dramatischer aus. Die im Bild rechte Fähre kommt von Konstanz und fährt etwas hinter (östlich) der linken Fähre aus Meersburg.

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Am frühen Morgen im Spätsommer sieht die Fähre aus großer Entfernung oft gespenstisch über dem Wasser 'schwebend' aus. Dieses ganz 'normale' Bild ist eine Fata Morgana, die immer dann entstehen kann, wenn die Lichtstrahlen an unterschiedlich warmen Luftschichten gebrochen werden. So können reale Motive (wie diese Fähre) scheinbar versetzt, verzerrt, vertikal gespiegelt und seitenverkehrt - zudem über dem Horizont schwebend gesehen und aufgenommen werden (siehe dazu besonders das große Foto).

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Die Fähren verkehren auch bei Gewittern unbeirrt. Hier ziehen Gewitterwolken von Westen heran. Unter der vorderen Wolke regnet es bereits.

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Schluss jetzt mit den 'schönen' Urlaubs-Bildern. Die Fähren fahren das ganze Jahr über - auch im Winter. Selbst ohne die Touristenmassen finden sich zahlreiche Pendler, Linienbusse und Lastkraftwagen, welche über den See wollen, weil heutzutage die Straßen um den See zwar deutlich besser ausgebaut sind als früher - aber oft überlastet. Hinzu kommen die zahllosen Baustellen im 'Infrastrukturnotstandsland' Deutschland sowie alles verstopfende Unfälle.

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Zwar handelt es sich bei den Fähren um sogenannte Vorrangschiffe, denen fast alle anderen ausweichen müssen. Aber dennoch kreuzen zahllose ebenfalls als Vorrangschiffe eingestufte und ebenfalls große Passagierschiffe deren Fahrtrouten. Hier blicken Sie von Meersburg über die Fähre und das Passagierschiff 'Graf Zeppelin' auf die Hafenanlage in Konstanz Staad.

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Bei schönem Sommerwetter in der Urlaubszeit drängen sich die Fähren manchmal vor den Häfen wie hier in Meersburg. Denn dann sind oft bis zu 5 Fähren gleichzeitig im Einsatz, um die vielen Pkws, Lkws, Wohnmobile, Busse und Menschen an das jeweils andere Ufer zu transportieren.

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Im Sommer sind die Fähren an schönen Tagen immer voll belegt. Zudem entstehen an den jeweiligen Häfen durchaus längere Warteschlangen an Pkws. Motorisierte Zweiräder, Fahrräder und Menschen finden jedoch fast immer ein Plätzchen. Bei schönem Wetter sind allerdings die bevorzugten Sitzplätze im Freien auch meist schnell von den vielen Passagieren belegt.

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weiter zur ersten Fähre 'Konstanz'.
Weitere Informationen zu den Fährelinien finden Sie:
WasserSportFotos - Dr. Schuhmacher