Katamaran

'Der Katamaran', drei Katamaran-Passagierschiffe, Konstanz-Friedrichshafen, Bodensee

Hintergrund

Bei der sogenannten Katamaran-Reederei Bodensee GmbH & Co. KG handelt es sich um eine politisch motivierte Zusammenarbeit der Stadtwerke Konstanz und Friedrichshafen zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs auf dem und über den Bodensee. Beide großen Städte, am Bodenseeufer in Baden-Württemberg gelegen, gründeten nach langen Planungen seit 1994 am 28.11.1998 eine Tochtergesellschaft, welche die Technischen Werke Friedrichshafen (TWF) und die Stadtwerke Konstanz (SWK) zum Bau und Betrieb der drei Katamaran-Passagierschiffe im Pendelverkehr zwischen Konstanz und Friedrichshafen verpflichtete. Dabei erbringen die Stadtwerk am See GmbH & Co. KG die sogenannte Managementleistung und die Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH die technisch-nautischen Dienstleistungen.

Widerstand

Allerdings erfuhr das Projekt sehr viel Widerstand, der bereits Anfang 1999 seinen Niederschlag auch in der Lokalpresse fand. In Konstanz erzwangen die Bürger aufgrund zahlloser Ungereimtheiten sogar gegen den Beschluss des Gemeinderates einen Bürgerentscheid, welcher vom Gemeinderat und den zuständigen Behörden trickreich manipuliert wurde, weil man eine eklatante Niederlage befürchtete. Deshalb wurde die Frage umformuliert: Sind Sie gegen eine direkte Katamaran-Schiffsverbindung zwischen Konstanz und Friedrichshafen? Man musste also paradoxer Weise mit 'Ja' stimmen, wenn man gegen den Katamaran war. Das Ergebnis fiel dann trotzdem erwartbar aus: Es waren 3/4 gegen den Katamaran. Aber nun kam der nächste Trick der Verwaltung, welche den Katamaran wünschte: Man hatte zusätzlich ein Mindestquorum von 30% aller Abstimmungsberechtigten der Gesamtbevölkerung eingeführt und zudem die Abstimmung absichtlich auf den 1. Adventsfeiertag mit großem Weihnachtsmarkt gelegt. Somit wurde das hoch angesetzte Mindestquorum knapp verfehlt.

Dieser Widerstand ging jedoch weiter und reichte bis zu mehreren Klagen vor dem Verwaltungsgericht, welche 2002 abschlägig entschieden wurden. U.a. Fischer, Segler, Motorbootfahrer und große Teile der lokalen Bevölkerung waren gegen diese mit 40 Kilometern die Stunde über das Wasser fahrenden Schnellfähren. Am 12. August 2016 trat auch das befürchtete ein: Der Katamaran 'Constanze' rammte eine Segelyacht und versenkte sie. Obwohl die Katamarane damals als Motorboote deklariert wurden und hätten ausweichen müssen, kam es zu dem schweren Unfall. Trotzdem erhielten die Katamarane ab Februar 2024 den grünen Ball der Vorrangschiffe auch auf dem freien Wasser, mussten seitdem also niemandem mehr ausweichen.

Der von Politikern der Bevölkerung als wichtigstes Anschaffungsmotiv vorgegaukelte Personennahverkehr für Berufspendler - also Arbeiter und Angestellte - zwischen den beiden Städten wurde nie in größerer Zahl realisiert. Diese Gruppe war allerdings für die staatliche Start-Bezuschussung in Höhe von insgesamt rund 2,8 Millionen Euro wichtig. Die Nachfrage aus dieser Gruppe war schwach. Mit angeblich 1.200 Dauerkarten wurde 2016 ein gefeierter Höchststand erreicht. Deshalb stellte man zuerst die 5-Uhr-Pendelkurse und dann die 6-Uhr-Kurse ein. Die Corona-Pandemie ab 2020, welche zur drastischen Reduktion des Katamaranverkehrs auf nur noch ein Schiff und wenige Fahrten täglich führte, schädigte die Nutzung durch Pendler weiter. Wie viele Kritiker bereits um die Jahrtausendwende einwandten, entwickelte sich der Katamaranverkehr zur überwiegenden Touristenattraktion. Deshalb fahren die Katamarane auch nur noch zwischen 7 und 18 Uhr. Nur im Sommer werden an Wochenenden vereinzelte Abendkurse angeboten. Auch die vereinzelten Spätkurse an Werktagen werden eher spärlich genutzt z.B. zum Besuch des Theaters oder der Symphonie in Konstanz. Mit angeblich 6 Mio. Fahrgästen in den 15 Jahren bis 2020 konnte nie an den Erfolg der Fähre-Linie Konstanz-Meersburg angeschlossen werden. Nachweislich erwirtschaftete die Katamaranlinie in den ersten 5 Jahren durchgehend nur Verluste. Man ging weiterhin von 1 Mio. Euro Verlust pro Jahr aus. Für 2018 erhoffte man erstmals eine schwarze Zahl im Jahresergebnis. Man ging damals von jährlichen Fahrgastzahlen von ca. 450.000 aus. Andere nicht mit Quellen belegbare Aussagen gingen von einem kleinen Gewinn 2017-2019 aus. Aber dann kam die Pandemie. Laut SWR-Bericht 2025 verwenden heute jedoch nur ca. rund 400.000 Passagiere die drei Katamarane. Andere Quellen berichten jedoch von nur 390.000 Fahrgästen. Inzwischen hat man sich offenbar damit abgefunden, dass im ÖPNV sowieso nur eine Deckungsrate von 75% erwirtschaftet wird.

Für Touristen lohnt sich jedoch das Spektakel der Fahr mit einem Katamaran auch bei den hohen Preisen.

Technik

Die ersten beiden Katamarane wurden 2005 von der Bodan Werft in Kressbronn mit Unterstützung der niederländischen Damen Shipyards gebaut und gemeinsam am 01.07.2005 getauft. Die 'Constanze' hat ihren Heimathafen in Konstanz und der 'Fridolin' liegt im Heimathafen in Friedrichshafen. Der dritte Katamaran wurde 'Ferdinand' nach Ferdinand Graf von Zeppelin getauft und liegt ebenfalls in Friedrichshafen. Während die ersten beiden seit dem 06.07.2005 regelmäßig im Pendelverkehr zwischen Konstanz und Friedrichshafen unterwegs sind, wurde 'Ferdinand' seit Februar 2007 eher als Reserve-Schiff sowie bei Charter- und Ausflugsfahrten eingesetzt. Letzteres Passagier-Schiff besitzt dafür auch eine andere Bestuhlung: eine sogenannte 'Bistro'-Bestuhlung.

Als Vorteile werden für die drei Katamarane angeführt: geringer Wellenschlag, geringe Geräuschentwicklung, hohe Manövrierfähigkeit sowie niedriger spezifischer Energieverbrauch. Allerdings ist die angeblich hohe Manövrierfähigkeit bei Wind und Wellen eingeschränkt: Z.B. können sie mit dem schwachen Bugstrahlruder dann nicht mehr an jedem Steg gegen den Wind anlegen. Ferner wird der Verkehr ab 1,2 Meter hohen Wellen und auch bei starkem Wind eingestellt.

Die Inneneinrichtung ist modern: Sitzgruppen mit komfortablen Polstersitzen, Steckdosen für Laptop-Arbeitsplätze, Internetanbindung mit WiFi/WLAN. Jedoch handelt es ich bei der als 'Fahrgastinformation mit Bildschirmen' beworbenen Einrichtung um eine Dauerwerbeberieselung überall.

Extra gebaut wurden in den beiden Häfen Schwimmstege für komfortables und sicheres Ein- und Aussteigen. Hinzu kam auf den Katamaranen ein Barrierefreier Zugang zum und auf dem Schiff, ein Freideck an Bug und Heck sowie ein Bordbistro mit Imbiss und Getränken.

Zur Sicherheit wurden jeweils zwei Steuerstände eingebaut, jeder Katamaran mit Infrarot Nachtsichtgerät, GPS-Autopilot mit elektronischer Seekarte und Swiss-Radargeräten ausgestattet.

Die Schiffslänge aller drei aus Aluminium hergestellten weitgehend baugleichen Katamarane beträgt 33,64 Meter, die Schiffsbreite 7,60 Meter. Der Tiefgang beträgt beladen allerdings 1,40 Meter.

Die Motorleistung betrug zuerst jeweils 2*750 PS V8-MAN-Dieselmotoren. Mittels ZF-Wendegetriebe trieben sie zwei Schrauben an. Damit waren (je nach Wellengang) 40 Stundenkilometer Dauerfahrtgeschwindigkeit möglich. Die Motoren wurden allerdings 2017/18 gegen je 2 modernere 6-Zylinder-Reihenmotoren von MAN Dieselmotoren mit Common-Rail-Einspritzung - der damals modernsten Diesel-Technologie - ausgerüstet, die allerdings nur noch je 560 PS leisten. Mit weiteren Verbesserungen verringerte sich so der Kraftstoffverbrauch von früher 417 auf 373 Liter je 100 Kilometer. Angeblich sollen dennoch damit (je nach Wellengang) bis zu 40 km/h erreicht werden.
Jedoch wurde 2018 die tatsächliche Fahrgeschwindigkeit im Pendelverkehr auf 32 km/h reduziert. Dies erlaubt noch immer eine Überfahrt über den Bodensee in 52 Minuten zum jeweils anderen Ort.

Die Ladekapazität beträgt bis zu 182 Fahrgäste und 30 Fahrräder.

Zum / seit dem 20-jährigen Jubiläum 2025 wurden die drei Katamarane modernisiert.

Hinweise: Nirgendwo sind die technischen Angaben so ungenau wie im Schiffsbereich. Einerseits wurde nie präzise gearbeitet und andererseits wurde und wird an den Schiffen ständig etwas verändert, repariert, umgebaut, angebaut, modernisiert, 'verschönert' etc. So finden sich auch davon abweichende Daten im Internet.

Anstrich / Farben

Zuerst waren die Katamarane in rein Weiß bemalt - passend zur sonstigen 'Weißen Flotte' auf dem Bodensee. Seit 2012 ging man zu wechselnden Farbanstrichen der jeweiligen Stadtwerke Konstanz und Friedrichshafen über.

Stimmungen: Der Katamaran auf dem Bodensee

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Wassersportfotos von Katamaran-Passagierschiffen

'Constanze': Der Konstanzer Katamaran auf dem Bodensee

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Wassersportfotos von Katamaran-Passagierschiffen

'Fridolin': Der Friedrichshafener Katamaran auf dem Bodensee

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Wassersportfotos von Katamaran-Passagierschiffen

'Ferdinand': Der zweite Friedrichshafener Katamaran auf dem Bodensee

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Wassersportfotos von Katamaran-Passagierschiffen

Details an den Katamaranen

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Wassersportfotos von Katamaran-Passagierschiffen

Bildergalerie

Für Personen, welche keine Text-Informationen wünschen, sondern nur die großen Fotos fortlaufend zum Weiterklicken anschauen wollen, hier direkt zur Bildergalerie Katamarane.

Externe Links

Weitere Informationen zu den Katamaranen am Bodensee finden Sie:

Katamarane aus anderen Materialien sowie andere Formen, Typen oder Klassen?

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WasserSportFotos - Dr. Schuhmacher

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