Die 'Arenenberg' (URh) ist das dritte moderne Großraum-Fahrgastschiff am Untersee und Rhein.
Zur Geschichte der Gesellschaft URh siehe 'Schaffhausen'.
Aufgrund des in den 1970er Jahren am Untersee und auf dem Hochrhein weiter steigenden Verkehrsaufkommens, welches die Vorkriegsmotorschiffe 'Munot' und 'Arenenberg (I)' nicht mehr bewältigen konnten, schlug im Februar 1980 der Schifffahrtsdirektor den Bau eines dritten modernen Fahrgastschiffes vor. Deshalb beschloss die Schiffahrts AG Untersee und Rhein (damals mit nur 2 'F') 1982, ein neues Großraum-Schiff in etwa der Größenordnung der 'Thurgau' und 'Schaffhausen' in Auftrag zu geben. Aber es dauerte noch zwei Jahre bis die Finanzierung des Neubaus durch Darlehen der Kantone Schaffhausen und Thurgau sowie deren Kantonalbanken von je 750‘000 Franken und der restlichen Mittel durch die URh gesichert war.
Im Mai 1982 vergab der Verwaltungsrat der URh den Bauauftrag für 3,2 Mio. Franken erneut an die Bodan-Werft in Kressbronn, weil sie wiederum das preiswerteste Angebot unterbreitete, obwohl die DM damals gegenüber dem Franken extrem hoch bewertet war.
Am 16.07.1983 wurde sie auf den Namen 'Arenenberg II' getauft und für maximal 580 Personen in Dienst gestellt. Sie ersetzte die an jenem Tag zum letzten Mal (mit ihr zusammen) fahrende Vorgängerin 'Arenenberg I'. Der Schiffsname bezieht sich auf das Schloss Arenenberg bei der Gemeinde Salenstein (etwa südlich gegenüber der Insel Reichenau). Das Schloss war im 19. Jahrhundert die ehemalige Sommerresidenz der Königin Hortense Beauharnais. Sie war die Stieftochter und Schwägerin Napoleons I sowie die Mutter Napoleons III. Der spätere französische Kaiser Napoléon III. verbrachte einen Teil seiner Kindheit dort. Deshalb ist das Wappen des Schlosses Arenenberg - ein goldenes 'H' (von Hortense) - am Bug des Passagierschiffes angebracht. Das Schloss wurde 1906 vom Kanton Thurgau übernommen und beherbergt heute ein Napoleon-Museum mit phantastischer Aussicht auf den Untersee - vor allem bei Sonnenuntergängen im Sommer.
Im Winter 2014/15 wurde das Motorschiff 'Arenenberg' in der URh-Werft in Langwiesen ausgewassert und komplett renoviert: Man baute neue Holzdecks ein, erneuerte den Anstrich der Aufbauten und der Schiffschale, baute alles behindertengerecht um, erneuerte und gestaltete den Salon um, erneuerte das Einstiegdeck, die Toiletten-Anlage und das Oberdeck. Die Gesamtkosten der Erneuerungen sollen 1,1 Mio. Franken betragen haben.
Nach 36 Jahren im Einsatz und rund 550.000 Fahrkilometern näherten sich die alten Motoren ihrem Einsatzende. Ferner wurde die Ersatzteilbeschaffung immer teurer. Deshalb erhielt im Winter 2019/20 das Passagierschiff 'Arenenberg' in der URh-Werft in Langwiesen eine neue Motorenanlage von Scania, sowie neue Schottel-Ruderpropeller. Dazu musste man zuerst das Steuerhaus und den Maschinenraum zurückbauen und Öffnungen in den Schiffsrumpf schneiden, um Platz für den Einbau der neuen Schottelbrunnen zu schaffen. Ferner wurden die Generatoren, die gesamte technische Steuerung und Gerätschaft sowie Technik / Elektronik im Steuerhaus modernisiert. Die Gesamtkosten dieser Erneuerungen sollen 1,5 Millionen Franken betragen haben.
Die Länge über alles (Lüa) beträgt 46,80 Meter. Die Breite wird mit 9,30 Meter angegeben. Der Tiefgang im leeren Zustand wird mit 1,15 Metern angegeben. Der maximale Tiefgang ist unklar. Die Verdrängung / Tonnage (leer) wird mit 170 Tonnen (vom Betreiber) beziffert. Die Tragkraft beträgt heute (laut Betreiber) 580 Personen.
Die 'Arenenberg' besitzt zwei Decks (Hauptdeck, Oberdeck / Sonnendeck) für die Fahrgäste.
Das Passagierschiff bietet heute 124 Sitzplätze im geschützten Salon innen an. Hinzu kommen 121 überdachte Außenplätze sowie 105 nicht überdachte Außenplätze, sodass die 'Arenenberg' insgesamt 350 Sitzplätze innen und im Freien offeriert.
Damit man bei hohen Wasserständen eine Durchfahrt unter den Rheinbrücken bei Konstanz, Stein am Rhein und Diessenhofen-Gailingen gewährleisten kann, lassen sich bei der 'Arenenberg' (wie bei fast allen URh-Schiffen) das Dach der Führerkabine und das Sonnendach hydraulisch absenken.
Die Maschinenleistung wurde zuerst (1983) von zwei Dieselmotoren mit je 381 PS (also zusammen 762 PS - 560 kW) erbracht, welche (je nach Wellengang) angeblich eine Geschwindigkeit von bis zu bis 29 km/h ermöglichten.
Beim Umbau 2019/20 erhielt die 'Arenenberg' zwei neue Viertakt-Dieselmotoren der Scania mit je einer Leistung von 368 kW (je 500 PS, also zusammen 736 kW - 1.001 PS), welche über die beiden neuen Schottel-Ruderpropeller (um die vertikale Achse in alle Richtungen drehbare Propeller) eine Geschwindigkeit von (je nach Wellengang) bis zu 27 km/h erlauben.
Hinweise: Nirgendwo sind die technischen Angaben so ungenau wie im Schiffsbereich. Einerseits wurde nie präzise gearbeitet und andererseits wurde und wird an den Schiffen ständig etwas verändert, repariert, umgebaut, angebaut, modernisiert, 'verschönert' etc. So finden sich auch davon abweichende Daten im Internet.
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Das Motorschiff 'Arenenberg' besitzt wie fast alle neuen Schiffe der Gesellschaft Untersee und Rhein dieses betont lange Vorschiff mit Sitzbänken für die Fahrgäste im Freien sowie den tief in den Rumpf eingelassenen Salon des Hauptdecks:

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Auf der Nordseite erkennt man im Hintergrund die lange Allee des Dammes zur Reichenau:

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Das Motorschiff 'Arenenberg' liegt verkehrt (je nach Wasserstand) zwischen Kreuzlingen über Konstanz und Schaffhausen sowie in der Gegenrichtung:

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Das Heck dieses Passagierschiffes ist wie bei den meisten der URh-Flotte vom Wasserspiegel fast senkrecht nach oben durchgezogen - bietet somit kein eigentliches Achterdeck unten. Dort sind - hinter dem Salon - die großen Motoren und der Schottel-Antrieb eingebaut. Als quasi Ersatz für das fehlende untere Achterdeck (z.B. bei der viel älteren 'Thurgau' URh) hat man das Oberdeck bis ganz nach Achtern verlängert. Möglich wurde dies, weil man 1983 als letzte Schifffahrtsgesellschaft auf die Einheitsklasse umgestellt hatte, also sowieso alle Fahrgäste auf das (früher nur der 1. Klasse vorbehaltene) Oberdeck durften und auch wollten:

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Das Motorschiff 'Arenenberg' fährt (je nach Wasserstand) von ca. Ostern bis in den Spätherbst hinein, wobei sich nach dem Heben der Nebel meist ein beindruckend buntes Blättermeer entlang des Rheinufers zeigt - quasi der 'Indian Summer' am Bodensee und Hochrhein:

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In dem Naturhafen Kreuzlingen ist das Fahrgastschiff 'Arenenberg' kaum zwischen Bäumen, Schilf und Sträuchern zu erkennen, sodass die Fahrt bereits naturnah beginnt:

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Weitere Informationen zum Passagierschiff 'Arenenberg' finden Sie in folgenden Links:
weiter zum Passagierschiff 'Oesterreich' - dem ersten großen Diesel-Schrauben-Passagierschiff am Bodensee.
WasserSportFotos - Dr. Schuhmacher